Wild und Lebensraum


Rot-, Dam- und Muffelwild, Abschuss, Nachweis durch „Grünvorlagen - Meldung“, Verordnung

Am 11. April 2018 wurde folgender Bescheid von der BH Gänserndorf zum Thema "Rot-, Dam- und Muffelwild, Abschuss, Nachweis durch „Grünvorlagen - Meldung“,
Verordnung" an alle Hegeringleiter in Bezirk übermittelt:


Wildschaden verhindern / reduzieren

In der Ausgabe "Pflanzenschutz AKTUELL" vom 31. März 2017 hat das Raiffeisen Lagerhaus folgenden Artikel publiziert:

So mancher Waidkammerad konnte mit folgendem Mittel erfolgreich Schäden durch Wildverbiss vermeiden.


Verminderung von Schwarzwildschäden

Aufgrund diverser Anfragen und Vorfälle in den letzten Wochen hat die Bezirksgeschäftsstelle versucht mit der Bezirksverwaltungsbehörde Gespräche zu führen um die Schwarzwildbejagung bzw. um die Schwarzwildschäden in den Griff zu bekommen. Im beiliegenden Merkblatt wird auf die Möglichkeit von Ablenkungsfütterungen hingewiesen.


Änderung der NÖ Jagdnovelle April 2014

Die Änderung der NÖ Jagdnovelle tritt mit April 2014 in Kraft.



... unsere Wildbestände

ROTWILD
Auch 2015 wurde Rotwild im Bezirk Gänserndorf revierübergreifend bewirtschaftet, die vorgelegten Abschusspläne durch die Behörde zur Kenntnis genommen. Nur für ein Revier ist zusätzlich ein revierbezogener Abschussplan erteilt worden.
In den letzten Jahren, so wie auch für 2015, wurde bei den Abschussanträgen die Drittelparität berücksichtigt. Bei den Hirschen in der Altersklasse I wurden nur 27 % (2015 waren es 90%) erfüllt, d.h. 22 Hirsche wurden freigegeben 6 Hirsche wurden erlegt. In der Altersklasse II wurden 112% erlegt (2015 59%) und in der Altersklasse III 83%( 2015 88%). Die Abschusserfüllung mit 70,6 % des beantragten Abschusses + behördlich verfügten Abschusses (2014 wurden 75,9 % des beantragten + verfügten Abschuss erfüllt) könnte besser sein. Die Abschusserfüllungen waren in den einzelnen Revieren sehr unterschiedlich. Die Abschussplanungen wurden in diesen Revieren für 2016 nachjustiert.
Vergleicht man die Abschussrichtlinien des NÖ LJV mit den tatsächlich getätigten Abschuss so kann man feststellen, dass man im Bezirk in der Altersklasse III mit der Abschusserfüllung sehr gut unterwegs ist. In der Altersklasse I + II ist die nicht der Fall. In Hinblick auf das Zielalter von mindestens 10 vollendeten Jahren gilt die Altersklasse II als Schonklasse. Bei intakter Altersstruktur sollen aus dieser Klasse nur ca. 10 % entnommen werden, bei der Altersklasse I ca. 20%. In unserem Fall wäre es besser gewesen in der Altersklasse II 5% und in der Altersklasse I 15 % der älteren Hirsche zu erlegen, um unser Hegeziel (Alte Hirsche) zu erreichen. Die Abschussrichtlinien der NÖ Landesjagdverbandes bzw. der sorgsame Abschuss in der Altersklasse II sind ein Gebot der Stunde und sollten nach Möglichkeit eingehalten werden.
Im Matzner Wald wurde der revierübergreifende Abschussplan auf Grund von erheblichen Wildschäden von der Behörde mit zusätzlichen revierbezogenen Abschüssen für bestimmte Reviere per Bescheid korrigiert. Insgesamt wurden von der Behörde im Matzner Wald 40 Stück zusätzlich zum beantragten Abschuss verfügt.
Im Jahre 2015 wurde wieder ein Rotwildleberegel Monitoring in der HG Donau Auen und Umgebung durchgeführt. Laut Auskunft von Dr. Ursprung, der die Auswertung der angelieferten Rotwildlebern durchführt ist gegenüber 2014 eine Verschlechterung des Befalles festzustellen. So ist fast jede Rotwildleber von mehrjährigen Stücken vom Amerikanischen Riesenleberegel befallen. Auch wurde 2016 wieder eine medikamentöse Behandlung am Rande des Nationalparks durchgeführt. Der gewünschte Erfolg konnte, wie die Zahlen der Vorjahre zeigen, nicht erreicht werden.

REHWILD
Parallel zur den Donauauen setzt der amerikanische Riesenleberegel dem Rehwild zu. Für befallenes Rehwild gibt es keine Überlebenschance. Auch der noch immer hohe Fallwildanteil durch KFZ  trägt einiges bei. Fallwild zu reduzieren erfordert gewisse Maßnahmen die sich nicht ausschließlich auf Reflektoren an den Straßenrändern beziehen.
Im Jahr 2017 wird der 3- jährige revierbezogene Abschussplan für das letzte Drittel der laufenden Periode erstellt. Zu diesem Zeitpunkt kann, soll und muss nachjustiert werden.  Die Bejagung des Rehwild muss jedoch konsequent aber auch nachhaltig getätigt werden.  Oftmals  lässt man sich durch fehlende Sichtungen des Rehwildes .beeinflussen.
In den westlichen Teilen Niederösterreichs verzeichnet man hohe Rehwilddichten. 
Im Osten Niederösterreichs wird verstärkt der Befall von Papillomen 
(… mehr oder minder groß bewegliche Hautgeschwüre) bestätigt. Um Ursachen Übertragbarkeiten etc.- feststellen zu können wird an eine Untersuchungsreihe gedacht.
Ob bei großen Wucherungen Hegeabschüsse angebracht sind, ist individuell nach spezifischen Gesichtspunkten zu entscheiden (…jedenfalls sollten hochbeschlagene und führende Stücke nicht erlegt werden.

NIEDERWILD
Das neue Österreichische Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft (ÖPUL) läuft seit 1. Jänner 2015 und die meisten landwirtschaftlichen Betriebe nehmen daran teil. Somit ist für Biodiversitätsflächen gesorgt. Die Jägerschaft ist nun aufgefordert mit den Landwirten auf „wildschonende Bewirtschaftung“ dieser Flächen ein Auge zu werfen, damit Ruhezonen nicht zu Todeszonen werden. Biodiversität ist aber nur ein Baustein bei der Niederwildhege. Ein weiterer ganz wichtiger Bestandteil  ist die Bejagung von Raubwild. (Nach dem für die Jägerschaft zur Verfügung stehenden gesetzliche Jagdmethoden)
In Revieren mit vermehrtem Schwarzwildvorkommen sollte das Interesse für Hege und Jagd am Niederwild forciert werden, damit Rebhuhn, Hase und Fasan nicht zu vom Aussterben bedrohten Wildarten werden.  
Wir haben in der Niederwildhege und Niederwildbewirtschaftung noch einiges zu tun.

SCHWARZWILD
Das Jagdjahr 2015 war geprägt durch eine lange Trockenperiode, die sich auch auf das Verhalten und die Kondition des Schwarzwildes stark ausgewirkt hat. Vielerorts konnte aber von der Jägerschaft durch Betreuung von Wasserstellen und von Suhlen die Not gemildert werden.
Die unvermeidlichen Wildschäden konnten 2015 in gegenseitigem Einvernehmen zwischen Jagd und Landwirtschaft für beide Seiten zufriedenstellend geregelt werden.
Dass uns das Schwarzwild auch zukünftig punktuell immer wieder vor gröbere Herausforderungen stellen wird, liegt in der Natur dieser intelligenten und lernfähigen Wildart. Gerade deshalb sind wir weiterhin gefordert, mehr über den Tellerrand zu schauen, Erfahrungen auszutauschen und revierübergreifend zu denken und zu handeln. Denn (Schwarz)wild denkt und lebt nicht nach den von uns festgelegten Reviergrenzen!
Das Auftreten der ASP (Afrikanische Schweinpest) beschränkt sich weiterhin auf die baltischen Länder, Weißrussland, Sardienen (Italien) und vereinzelt auf Polen. Seitens der Jägerschaft ist verantwortungsbewusstes Handeln gefragt und der „Jagdtourismus“ in diese Regionen sollte vermieden werden.
Bedingt durch ausreichende Eichelmast, den neuerlich milden Winter erwarten wir generell wieder einen erhöhten Zuwachs beim Schwarzwild für das Jahr 2016. Meldungen über erhebliche Zahlen an Frischlingen in allen Teilen des Bezirks bestätigen dies bereits. Daher muss unsere Aufmerksamkeit besonders auf zeitgerechte Maßnahmen zur Wildschadensverhütung gelegt werden.

HAARRAUBWILD:
Wie in den vergangenen Jahren wurde Anfang Jänner 2016 der Bezirksbautag durchgeführt. 90 Füchse, 10 Dachs und 17 Marder konnten am Abend auf der Strecke von den "Jagdhornbläsern" verblasen werden. Es kamen 67 Hundeführer aus fast ganz Österreich in unseren Bezirk, diese wurden auf 87 Reviere aufgeteilt, es konnten 778 Naturbauen und 364 Kunstbaue bejagt werden. (Ergeht aus den Angaben der Reviere).
Herzlichen Dank und ein kräftiges Weidmannsheil den Organisatoren und allen Mitarbeitern des 17. Bezirksbautages, die durch ihren großen Einsatz diese Veranstaltung seit Jahren zu einem fixen Bestandteil der Jagd im Bezirk machen!

KRÄHENVÖGEL:
Zur Krähenbejagung wurden bis jetzt 18 Krähenwochen durchgeführt. So konnten bei den Streckenlegungen bis März 2016 1411 Krähen und 101 Elstern vorgelegt werden. Im Jahr 2016 führen wir 2 Termine durch, mit einem längeren Zeitraum der Krähenwochen. So konnten zur ersten Streckenlegungen 2016 147 Krähen und 3 Elstern vorgelegt werden. Sehr positiv ist auch, dass sich 9 Reviere daran beteiligten, die 2015 noch nicht mitgemacht haben. Luft nach oben ist noch immer bei allen Revieren gegeben.

Einige Zahlen: So konnte im Jahre 2014 im Durchschnitt von jedem Revier 35 Stück Raubwild zur Strecke gebracht werden, ergibt 1 Stück auf 25 ha.
Der FA Raubwild ist bemüht durch Informationsveranstaltungen wie z.B.: Krähenseminar, Besuch des Fallenparks, Ankaufsaktionen,. Jäger zur Raubwildbejagung zu begeistern und zu informieren.
Wir Jäger sollten über das ganze Jahr darauf schauen, den Raubwildbestand in unseren Revieren kurz zu halten und nicht nur auf einige Termine im Jahr beschränken.
Mit Augenmerk auf die "Gesetzlichen Vorgaben", zum Wohle unseres Niederwildes.